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08
April
2020

Die Digitalisierung lässt unseren Stromverbrauch explodieren

Veröffentlicht am 08.04.2020 durch

All jene, die das Internet nutzen, verbrauchen Strom. Und das nicht nur deshalb, weil sie stets den Rechner mit Strom versorgen bzw. das Smartphone aufladen müssen. Denn die Internet-Anfragen werden über die Mobilfunkantennen weitergeleitet und in weiterer Folge von einigen Rechenzentren verarbeitet. Das funktioniert aber nur mit Strom. Somit ist es keine Überraschung, dass die Mehrheit aller Menschen den Ressourcenverbrauch des digitalen Handelns falsch einschätzt. Wäre das Internet ein Land, so würde es beim Stromverbrauch am sechsten Platz liegen.

Der unsichtbare Stromverbrauch ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr geworden

„The Shift“, ein französische Non Profit-Organisation, hat berechnet, dass durch den Informations- wie Kommunikationstechnikbereich um die 4 Prozent der Treibhausgasemissionen verursacht werden - somit doppelt so viel als die zivile Luftfahrt. In Deutschland liegt der Stromverbrauch aller Computer sowie elektronischer Geräte (Fernseher, Tablets, Mobiltelefone und dergleichen) bei rund 47 Milliarden Kilowattstunden Strom. Im Hintergrund laufen über 53.000 Rechenzentren, wobei die Mehrheit in Frankfurt am Main daheim ist. Das liegt am Hauptsitz der Deutschen Commercial Internet Exchange, einem Internetknoten, über den ausgesprochen viele Daten laufen. Laut den letzten Berechnungen benötigen die Rechenzentren rund 20 Prozent des in der Stadt anfallenden Strombedarfs - somit hat man beim Stromverbrauch bereits den Flughafen in Frankfurt überholt.

Der Energieverbrauch ist jedoch nur ein besorgniserregender Bereich: Aufgrund der Tatsache, dass sich die Server während des Betriebs erhitzen, müssen diese stets gekühlt werden. Somit entsteht wieder Wärme, die zum aktuellen Zeitpunkt aber ungenutzt bleibt. Darauf haben unter anderem der Verband der Internetwirtschaf Eco sowie auch das Netzwerk energieeffizienter Rechenzentren (kurz: NeRZ) hingewiesen. Als positives Beispiel wird hier Schweden herangezogen: Hier stehen rund 30 Rechenzentren, die die Abwärme in das Fernwärmenetz einspeisen. Das Ziel? Bis zum Jahr 2035 soll die Abwärme rund ein Zehntel des in Stockholm anfallenden Heizbedarfs decken. Das heißt, die erzeugte Wärme wird sinnvoll genutzt.

Es gibt einige Baustellen

In Deutschland fehlen hingegen noch die geeigneten Abnehmer. Einige Experten haben bereits Stellung bezogen und die Kommunen in die Pflicht genommen. Sie müssten sich stärker engagieren. Das heißt, bei Neubaugebieten sollte darauf geachtet werden, dass von Anfang an das Thema Nachhaltigkeit im Mittelpunkt steht.

Wobei ein weiteres Problem durch die Energieversorger entstanden ist: Denn diese haben in der Regel kein Interesse, die Abwärme der Rechenzentren zu nutzen, da diese selbst damit beschäftigt sind, Wärme zu verkaufen.

Das war auch der Grund, warum Dieter Janecek, ein für die Grünen im Bundestag sitzender Politiker, gefordert hat, jetzt auch einmal die Energieversorger damit zu konfrontieren. Denn wenn es die Möglichkeit gäbe, so wäre es auch ratsam, diese zu nutzen. Des Weiteren wäre es ratsam, so Janecek, wenn man darauf achten würde, dass die Rechenzentren ihren Stromverbrauch zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie beziehen und mitunter bei der Temperaturregelung auf die Wasserkühlung setzen. „Die Bundesregierung kann natürlich nicht immer und überall regulierend eingreifen. Aber eine höhere Besteuerung von CO2 muss die wichtigste Forderung bleiben“, so Janecek.

Es fehlt die richtige Strategie

Noch scheint es keine tatsächlich erfolgreiche Strategie zu geben, um den digitalen Konsum und somit in weiterer Folge den Stromverbrauch zu reduzieren. Das liegt in erster Linie an den datenintensiven Anwendungen, so beispielsweise am demnächst immer wichtiger werdenden „Internet of Things“, dem digitalen Geld, das über Bitcoin Evolution gehandelt werden kann, sowie auch daran, dass in absehbarer Zukunft mit der 5G-Technologie ein neuer Mobilfunkstandard in den Mittelpunkt rücken wird.

Wären etwa Warnhinweise auf YouTube empfehlenswert? Einige Experten fordern, dass man vor dem Abspielen eines Videos den Hinweis einblendet, dass das Ansehen dieses Videos die Umwelt belastet. So würden mitunter auch die jüngeren Generationen erkennen, dass ihre Forderungen nach einer neuen und nachhaltigen Klimapolitik richtig sind, sie aber auch einen Teil dazu beitragen müssen. Denn wenn die „Fridays for Future“ demonstrieren, dann geht es in erster Linie um SUVs, um billige Flugtickets oder auch um den Fleischkonsum. Jedoch vergisst man zu erwähnen, dass auch die digitale Welt, angetrieben durch Smartphone und Co., einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf unsere Umwelt hat.